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ANNE FRANK - EINE FAMILIENGESCHICHTE ÜBER GRENZEN

ort: jüdisches museum basel
zeit: 17. juni 2004 - 30. märz 2005

thema
das jüdische museum der schweiz zeigte anlässlich des 70. geburtstag von anne frank als erstes europäisches museum das faksimile ihres tagebuchs. die verbindung von anne frank und ihrer familie in die schweiz, insbesondere nach basel stand in dieser ausstellung im mittelpunkt.

visuelle:didaktische umsetzung
auf 20m2 waren in einer klassischen vitrinenausstellung durch konfrontation weniger objekte miteinander reflektionen und nachdenklichkeit möglich.

HINFÜHREN
im eingangsbereich musste der besuchende grosse weisse lettern überschreiten, die scheinbar beliebige ortsverbindungen aufzeigten, (von frankfurt nach basel, von frankfurt nach amsterdam, von auschwitz nach odessa, von auschwitz nach bergen-belsen, etc).

DIE AUSSTELLUNG
hintergrund in allen vitrinen und auf einer stellwand waren fortlaufende zahlen von 1 – 1.500.000 gedruckt. sie zeigten, dass anne frank eines von 1,5 millionen ermordeten kindern des nationalsozialismus ist. die zahlen waren so klein geschrieben, dass man sie nur mit den angebrachten lupen lesen konnte. hinter jeder zahl verbarg sich ein leben und ein schicksal, dass uns unbekannt bleibt.
historische daten dokumentierten die systematische judenverfolgung im dritten reich. die vitrinen fokussierten fünf aspekte der familie frank:

    1. die zentrale vitrine zeigte das faksimile des tagebuchs von anne frank und einen brief ihres vaters an seine basler verwandten nach seiner befreiung aus auschwitz.
    2. am beispiel der familie frank in basel wurde die assimilationsgeschichte des jüdischen bürgertums über mehrere generationen hinweg dokumentiert. an privaten objekten war zeitgefühl, mode und form der assimilation ablesbar.
    3. dokumente aus dem familienarchiv der franks zeigten die direkten auswirkungen der systematisch organisierten verfolgung der juden auf die familie frank in basel.
    4. dierezeptionsgeschichte des tagebuchs war in einer pultvitrine sichtbar. eine seite des 'ägyptenbuchs' von anne dokumentierte ihr geschichtliches lernbedürfnis im versteck des amsterdamer hinterhofs. dem buch waren telegramme, die ihren tod bezeugen, gegenübergestellt. auf einer ausziehbaren rolle waren die sprachen, in die anne's tagebuch übersetzt wurde, aufgelistet; auf einer anderen eine auswahl von texten anderer shoa-überlebendender.
    5. in einer hörstation erzählten überlebende des deutschen rassenwahns, wie sie diese zeit erlebt haben. private objekte zeigten, was sie mit dieser zeit bis heute assoziieren.

ein baum, an den der besuchende auf blättern eigene wünsche und gedanken zu dieser zeit hängen durften, beendete den kleinen rundgang durch einen der traurigsten ausschnitte der jüdischen geschichte in europa.