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EXPO TRI RHENA - LEBEN AN DER GRENZE

ort: museum am burghof lörrach
erweiterung der dauerausstellung

thema
der dritte teil der expo trirhena thematisiert die wechsel der geschichte und die auswirkungen auf die menschen im letzten jahrhundert. das alltagsleben in der grenzregion am oberrhein ist durch gemeinsamkeiten und unterschiede in sprache und identität gekennzeichnet. ein extrablick auf johann peter hebel und auf die gemeinsamen ursprünge der demokratischen verfassungen in den drei nationalstaaten, die revolution von 1848, lassen deutlich werden, dass sich hier drei staaten berühren. das leben an der grenze wird in den abteilungen 'grenze' (schmuggel, grüne grenze und kontrollierte grenze), sowie 'wirtschaft und währung' dokumentiert. ein kino bietet dem besuchenden 10 filme zu politischen oder kulturellen ereignissen nach dem krieg an.

visuelle umsetzung
auf einer fläche von ca 350 m2 werden die einzelnen themen in atmosphärisch unterschiedlichen räumen abgehandelt, wobei als zentrum des obergeschosses ein forum eingerichtet ist, das spielerisch unterschiede und gemeinsamkeiten der drei sprachen aufzeigt.
die übergänge zu den einzelnen themen sind als türen gestaltet; der besuchende muss sie durchschreiten oder öffnen – machmal sind sie kaum wahrzunehmen.

FORUM UND DIE LETZTEN 50 JAHRE
die politische und wirtschaftliche entwicklung der region in den letzten 50 jahren wird unter dem aspekt der europäischen union dokumentiert. plakate und karrikaturen bilden einen optischen rahmen. das hochzeitskleid  der ersten binationalen nach dem krieg geschlossenen ehe von einer deutschen und einem franzosen berührt gerade bei den älteren noch manchen wunden punkt. auf einer litfasssäule sind grenzüberschreitende projekte der letzten 50 jahre plakatiert.
ein grosses puzzle dient als sitzgelegenheit (16 kubische hocker), kann aber auch genutzt werden, um sechs aspekte der gemeinsamkeiten in der regio zu 'erpuzzeln'.

NACH DEM KRIEG
durch eine lattentür betritt  man einen dachboden. ein provisorischer raum, in dem viele dinge in einzelne abteile abgeschoben wurden. es scheint: die dinge sammeln sich selbst. unter den dachwinkeln herrscht eine mischung aus ordnung und unordnung, an der decke hängen zettel. im november 2004 startete ein zeitzeugenprojekt, bei dem bewohnerInnen ihre erinnerungen auf zettel schreiben durften.

DER DEUTSCHE NATIONALSOZIALISMUS
durch eine einfache haustür betritt der besuchende einen kalt ausgeleuchteten raum. frontal sieht er eine grosse dreigeteilte vitrine: deutschland, das annektierte frankreich und die neutrale schweiz. auf weiss gekacheltem grund sind deutsche objekte systematisch aufgereiht. propaganda-plakate bis unter die decke. hinter einer schwarzen wand verbirgt sich ein dunkler gang, der den den opfern des nationalsozialismus der drei länder gewidmet ist. fotos dokumentieren den abstransport der juden aus lörrach. ein brief einer durch die politischen grenzen getrennten familie dokumentiert ein damals übliches schicksal.

1848
drei grosse klangröhren lassen sich mit einem gummihammer anschlagen. jeder ton symbolisiert einen grundbegriff der politischen verfassungen (demokratie, soziale gerechtigkeit, freiheit).
in den holzfussboden ist ein begehbares mühlespiel eingelassen. auf den spielsteinen stehen die begriffe der demokratie (weiss) den gedanken des absolutismus (schwarz) entgegen.
archivalien an den wänden fokussieren einzelschicksale.
ein 'sprechendes' bild berichtet von geschehnissen des jahres 1848.

JOHANN PETER HEBEL
der besuchende betritt ein jugendzimmer: hebel, zu lebzeiten als sprachlicher und eigenverantwortlich handelnder rebell geltend,  wusste: mundart-dichtung wurde damals als "verunglimpfung" der deutschen sprache angesehen.
ein boden voller farbreste, ein graffito mit den lebensdaten von johann peter hebel, ein besprayter sockel, auf dem eine statue des dichter steht. in einer 'kitschvitrine' mit grünem rasen und blauem himmel ist die volkstümliche rezeptionsgeschichte dieses alemannischen dichters dokumentiert. ein billy mit sechs abteilungen verweist auf  seine unterschiedlichen professionen. die fcb-hymne
1 erklingt, ein mundart-rapper besingt den 'wärt vom fähler', eine der hebelschen pädagogik durchaus nahestehende moral.

GRENZE
auf einer kunstrasenfläche steht versteckt das alte zollhäuschen. mit dem fernrohr kann der besuchende eine markierung an der grünen grenze 2,5 km im wald entfernt fokussieren.

SCHMUGGEL
ein röntgenbild zeigt den magen einer schmugglerin. das kurios anmutende warenangebot von schmugglern  wird dokumentiert. 50 gramm kaffee lassen ahnen, wie schnell freimengen für grenzgänger überschritten sind.

KONTROLLE
eine automatische glastür öffnet sich, der besuchende sieht sich selbst auf einem screen, jedoch nicht zeitgleich, sondern mit zwei sekunden verzögerung. er wird beobachtet. ein suchscheinwerfer streift die worte 'flucht' und 'evasion' hinter einem dunklen fenster. in schubladen verborgen sind vier geschichten von flüchtlingen mit unterschiedlichem ausgang zu lesen. pässe und kontrollpapiere beweisen legalität von schweizern, franzosen und deutschen. verordnungen und papiere zur legaliserung von waren werden  auf einem fliessband präsentiert.

WIRTSCHAFT
durch einen sichtversperrenden gang betritt der besuchende ein paradies aus konsumgütern und werbung. ein supermarkt von produkten, die in der region seit über 100 jahren hergestellt werden: schokolade, milchprodukte, pharmazeutische produkte, medima, andere textilien und kurzwaren dicht an dicht, die nostalgiebedürftigen können sich an der augenweide laben.
eine für ende 2007 geplante interaktive wirtschaftskarte soll die besucherInnen über die veränderung der verkehrswege und des verkehrsflusses sowie heutige industriestandorte informieren.

WÄHRUNG
ein tresorraum zeigt wechsel und wandel der landeswährungen im letzten jahrhundert. auf einer waage kann der besuchende durch die kombination von münzen und lebensmitteln erfahren, wieviel ein kilo brot in deutschland, frankreich und der schweiz in den unterschiedlichen perioden gekostet hat.

die ausstellung endet im dachgiebel, in dem frei über der restlichen ausstellung der zukunftssteg schwebt. fragen an die zukunft aus allen lebensbereichen in der regio tauchen auf und verschwinden wieder.

1 "z basel an mym rhy" (original von johann peter hebel)

 
design, layout und grafiken
© claudia glass, alle rechte vorbehalten