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EIN HAUS ERZÄHLT GESCHICHTEN

ort: museum murten
dauerausstellung, eröffnung mai 2007

thema
das museum murten besitzt eine sammlung seiner 6000-jährigen stadtgeschichte. das museum erzählt die geschichte einer stadt seinen einwohnerInnen und touristInnen so, dass sie neues erfahren, schon vorhandenes wiedererkennen und sich nicht langweilen.
wie bei vielen öffentlichen sammlungen: die sammlung der archäologie ist nur bruchstückhaft und betrifft wenige themen. gleichzeitig stellt sie die längste epoche der historie dar. – die objekte des ancien régime und der moderne bezeugen eine vielzahl von themen und lebensformen. die zeiten 'dazwischen' sind angefüllt mit waffen und agrarwerkzeugen.
die schlacht von murten gegen karl den kühnen aus dem jahr 1476 und die entdeckung der pfahlbaudörfer während der juragewässerkorrektion sind herausragende ereignisse. zu beiden themen gibt es in näherer umgebung ausreichend ausstellungen und einzelobjekte in den sammlungen.

visuelle:didaktische umsetzung
als leitgedanke für die konzeption der neuen dauerausstellung stand die idee:

einzelne objekte sollen ihre geschichte erzählen! (vgl. 'neues licht auf verborgene schätze')

die erzählebene sollte im vordergrund stehen, die belehrungsebene trat in den hintergrund. das erzählen erfolgt mit unterschiedlichen medien: als bild,  in schrift- oder hörtext oder als film. die geschichten wurden in den gesicherten historischen kontext eingebettet. exemplarische objekte bieten eine erzählerische tiefe und somit eine imaginäre begegnung mit der epoche. ereignisse und personen, die oft keine plattformen haben oder nur von geringerem interesse scheinen, bekommen so ein forum. ergänzt werden die geschichten durch interaktives angebot.

jede epoche ist in anderer materialität und mit anderen medien gestaltet. material und medien stehen dabei nicht dominant im vordergrund. ein wechsel aus vitrinenausstellung und abstrakter inszenierung setzt immer wieder neue akzente.

die alte mühle – das domizil des museums - erlaubte aufgrund seiner räumlichen struktur keine chronologische erzählfolge.

JUNGSTEINZEIT UND BRONZEZEIT – EINE ANMUTUNG
hier wurde eine schlichte vitrinenausstellung realisiert, in der objekte einzelner lebensbereiche thematisch zusammengefasst sind. dominiert wird der raum durch eine überdimensionale comicartige illustration: ein blick auf das alltägliche leben einer seeufersiedlung. viele gegenstände des täglichen gebrauchs sind als reelle objekte oder fragmente in der ausstellung wieder zu entdecken. für einen wertvollen bronze-brustschmuck wurde eine einzelvitrine gewählt, die an hochwertige juwelier-präsentationen erinnert.

ANCIEN RÉGIME – LEBEN IN WIRTSCHAFT, POLITIK UND PRIVATHEIT
werkzeuge, münzen und schriftstücke zeugen vom wirtschaftlichen leben der murtener im ancien régime.

in einem abstrakt nachgebautem ratssaal ist es den besucherInnen möglich, die position der schultheisse und anderer wichtiger amtspersonen einzunehmen und über texte deren aufgaben zu erfahren. in einem puzzle können amtsbezeichnungen ihren aufgaben zugeordnet werden. ein ballotierspiel erklärt das damalige wahlverfahren.

hinter einer vitrine voll tür- und vorhängeschlösser verbirgt sich ein bürgerlicher wohnraum. in der mitte steht ein überdimensionaler tisch, auf dem einzelne objekte des privaten lebens wie zum hausputz beisammenstehen. jedes dieser objekte erzählt seine geschichte über herstellung, funktion oder prestige als ton oder schriftdokument. zwei raumhohe schattenrisse bebildern das leben lediger mütter, der dazugehörige text führt exemplarisch in die gerichtsbarkeit der damaligen zeit zurück.

DIE MODERNE – IMMER SCHNELLER MEHR
seit beginn der frühen industrialisierung häufen sich mehr und mehr gegenstände in den haushalten, informationen sind über presse öffentlich erfahrbar, man reist, es gibt spektakuläre unterhaltung, einzelne personen hinterlassen durch hobbies und leidenschaften mancherlei spuren: das gesellschaftliche gefüge wird immer komplexer.

in der mitte des raumes zeigt der künstler peter aerschmann seine sicht auf das heutige murten. der besucher kann sich daran beteiligen, elektronische schlagzeilen der letzten 150 jahre demonstrieren aktualität und vergänglichkeit. wichtige personen der jüngsten vergangenheit stehen als stumme diener im raum und zeigen gesicht, geschichte und objekte. eine metallwand lässt durchblicke auf die expo 2002.

DAS MITTELALTER  -  ALLTAG UND SCHLACHT
wenige objekte des mittelalterlichen alltags in einzelvitrinen führen an bedrohlich hängenden hieb-und stichwaffen hinunter in den schlachtraum. eine audio-visuelle show (www.mati.ch) erzählt auf drei screens die politische europäische geschichte, in der karl der kühne die schlacht bei murten verlor.

REZEPTION DER SCHLACHT – IMMER WIEDER ANDERS
in schubladencontainern kann der besuchende objekte & dokumente entdecken, die an die schlacht, ihre helden und verlierer bis heute erinnern.

 
design, layout und grafiken
© claudia glass, alle rechte vorbehalten