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SCHÖNER WOHNEN!
neues für die puppenstube von gestern

ort: spielzeugmuseum, riehen
zeit: september 2009 – april 2010

thema: puppenstubenmöbel aus zwei jahrhunderten
puppenstubenmöbel spiegeln auch den zeitgeist und lebensstil der jeweiligen epoche. in material und form bildet die kleine welt die grosse welt ab. verbergen sich hinter den niedlichen miniaturen nicht auch gesellschaftliche normative und ansprüche? ein versuch der dechiffrierung, der auch noch platz zum träumen liess.

ziel der ausstellung
spielzeug und kindheit ist nicht nur mit wehmütigen erinnerungen in die vergangenheit verbunden.
erzieherische ideale und verklärungen begleiten design und materialität. spielerische wohnformen spiegelten reale verhältnisse – und trotzdem liess die ausstellung kleine und grosse besucherinnen und besucher in die miniatur-wunderwelten eintauchen.

visuelle:didaktische umsetzung
an der kasse zur ausstellung erhielten kinder einen flyer, der sie mit der hauptfigur 'louise rüdisühli' bekannt machte. louise rüdisühli ist eine etwas beleibte puppenstubenpuppe aus der sammlung des spielzeugmuseums riehen; geschützt konnte sie von den kindern an einer schiene entlang der messewand, an der die einzelnen möbel aufgereiht waren, geführt werden. die puppenstubenmöbel waren thematisch aufgereiht. ob tische und stühle, polstermöbel, die einrichtung für das bad oder den garten: hellerleuchtet reihten sich tisch an tisch und sofa an sofa. eine kolonie von kinderbetten – warum gab es für kinder eigentlich fast nur bettchen in den puppenstuben? sollten sie vor allem schlafen und nicht stören? wurde gefolgt von wunderbaren waschbecken aus porzellan, metall und holz. in jeder neuen abteilung klingelte ein kleines glöckchen und louise erzählte auf einem kindertext aus ihrem leben in der zeit, da sie die puppenstubenmöbel bewohnen durfte.
die farbigkeit der messewand kontrastierte zwischen schalem gelb und tiefrotem violett. geschützt waren die objekte durch ein maschengewebe, das transparent schien. die hermetische trennung, die objekte und  publikum normalerweise durch vitrinenglas trennt, wurde optisch aufgehoben. weiter wurden auch störende lichtreflektionen den vermieden.
leise unterhaltungsmusik wurde von mitteilungen, die über öffnungszeiten, sonderschauen und neuigkeiten informierten, unterbrochen. stimmengewirr und kaffeetassengeklapper erinnerten an den geräuschpegel in einer grossen messehalle.
am ende dieser halle bot eine immobilienwand grosse und kleine 'behausungen' und stuben zum spielerischen verkauf an. bis auf ein paar details standen die einzelnen häuser besenrein für den nächsten eigentümer bereit. kurze texte informierten über besonderheiten, baufälligkeit oder nutzungsmöglichkeiten.
in nischen, die wie echte puppenstuben gebaut und dekoriert waren, aber auch betreten werden konnten, wurden einzelthemen vertieft.
ob nun fabrikproduzierte oder individuell gefertigte möbel, ob puppenstubendekorationen oder schaustuben und erziehungsstuben, alle diese themen wurden in kleinen szenografischen kulissen abgehandelt. damit die lust am spiel auch gelebt werden konnte: zwei wundervoll bestückte puppenhäuser luden zum spiel ein.