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WOHNEN MIT SEESICHT - 150 JAHRE PFAHLBAUARCHÄOLOGIE AM MURTENSEE

ort: museum murten .  murten
zeit: april 2004 - oktober 2004

thema
vor 150 jahren wurden bei der juragewässerkorrektion erstmals spuren des lebens der pfahlbauerInnen aus dem neolithikum entdeckt.
was wissen wir heute über das alltagsleben der pfahlbauerInnen?
wie haben sich seit diesen entdeckungen die vorstellungen und forschungen über die möglichen lebensweisen der pfahlbauerInnen verändert?
was bedeutet experimentalarchäologie?

visuelle umsetzung
das museum murten befindet sich in einer alten mühle mit funktionstüchtigem mühlrad. das geräusch des wassers und die nähe des murtensees waren optimale begleitumstände, das leben der pfahlbauerInnen zu skizzieren.
um dem besuchenden die distanz zwischen der lebenszeit der pfahlbauerInnen und heute zu vergegenwärtigen, überschritt er schon vor dem eingang des museums einzelne 'zeitschwellen'.
den weg zum museum säumten pflanzen, die schon in der jungsteinzeit wuchsen.
zwei plakative eingangsinszenierungen liessen die lebensgrundlagen der pfahlbauer assoziieren: ein verloschenenes feuer  und ein steg über eine gemalte wasserfläche.

im ersten raum wurde die juragewässerkorrektion und  die experimentalarchäologie mit bildern und modellen erklärt. das gestalterische prinzip der ausstellung wurde eingeführt: die experimental-archäologischen objekte auf hellem wurden den originalobjekten auf dunklem untergrund direkt gegenübergestellt. der besuchende konnte die originalobjekte von den replika auf einen blick unterscheiden. in den weiteren räumen wurden alltagsthemen, wie ernährung, werkzeugherstellung, textil und gefässe, dargestellt.
die objektanzahl war reduziert.
funktion und nutzung der einzelnen objekte war in themenkisten interaktiv und haptisch nachvollziehbar. sie hatten einheitliche form und farbe. zum thema ernährung waren sechs öffnungen in den deckel der kiste eingelassen, in denen sich kleine säckchen mit verschiedenen getreidekörnern befanden. die namen der körner konnten die besucherInnen unter einer kleinen klappe neben den säckchen finden. 'die katze, die alleine ging' von r. kipling erzählte von der domestizierung der tiere in einer anderen kiste.

zentral in der ausstellung war eine seeuferlandschaft inszeniert, die die pfahlbauerInnen vor fünf minuten verlasssen haben konnten: ein raumhohes und -breites gemälde, das die morgenstimmung am murtensee vor 5000 jahren zeigte, bildete den hintergrund. der vordergrund war als faux terrain gestaltet: eine uferlandschaft aus sand und steinen mit überresten menschlichen arbeitens und lebens. stimmen von vögeln, die schon vor 5000 jahren lebten, und wellengeplätscher bildeten den akustischen rahmen. ein lichtkanal am boden trennte die besucherinnen von der inszenierung.
durch einen dunklen zeitkanal, der mit objekten technische errungenschaften der letzten 5000 jahre verdeutlichte, verliess der besuchende die ausstellung.