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ZUHAUSE – 50 JAHRE WOHNBAU

ort: museum am burghof . lörrach
zeit: mai 2006 – september 2006

thema

  1. nach dem krieg gegründet, um not und chaos zu lindern, arbeitet die "wohnbau lörrach" seit 50 jahren an stadtbild, stadtgeschichte und wohngeschichte mit. sie muss auf demographische, wirtschaftliche und gesellschaftliche veränderungen reagieren oder sie mitinitiieren. stadtgeschichte wird geschrieben, doch zuvor wurde und wird sie gelebt von menschen unterschiedlichster biographien.
  2. stadtbild und stadtgeschichte (planung, konstruktion, finanzierung und politik) sind eher aussenorientiert und männlich konnotiert, während wohngeschichte eher einen blick auf innenräume wirft und damit die weibliche wirkungsweise assoziiert. ziel der ausstellung war, beide wirkunsgkreise zu verbinden und erzählen zu lassen.
  3. gleichzeitig sollte das jubiläum als 'innehalten mit reflexivem charakter' der wohnbau die möglichkeit geben, mit ihren kundInnen das fest zu feiern.

visuelle:didaktische umsetzung
die ausstellung stellte den kunden/die kundin der wohnbau in den mittelpunkt. dies spiegelte auch  die wahl des titels: zuhause. das ausstellungsteam wollte eine ausstellung kreieren, die nicht durch fachsprache und theorien einen teil des publikums verschreckt. also: keine architekturausstellung im traditionellen sinn; auf pläne und modelle in grosser anzahl wurde verzichtet, was besonders die presse in der anfangsphase sehr verwunderte. dem besuchenden sollte eine historische orientierung gegeben werden, die plaktativ und emotional verständlich sein sollte.

EINGANG
einführend wurde das publikum von mehr als 200 portraits von bewohnerInnen in ihrem zuhause begrüsst. einzelne gegenstände aus dem alltagsleben, die auf den fotos abgebildet waren, waren als skulptur vor dieser begrüssungswand aufgereiht.
diese wand liess einen türartigen durchgang, durch den die besucherInnen einen 6,7m2 raum betraten. 6,7 m2 wohnfläche standen in der nachkriegszeit jeder person in deutschland offiziell zu. diese schleuse war spartanisch mit historischen objekten ausgestattet und vermied nostalgischen charakter. das gefühl des raren und der begrenztheit kennzeichnete die geburtsstunde der wohnbau lörrach. durch eine weitere türöffnung betrat der besuchende den ersten teil der ausstellung, der die geschichte des unternehmens historisch nachzeichnete. er war unterteilt in fünf abteilungen, die jeweils eine dekade wiederspiegelten. als raumtrenner diente eine glossarwand, auf der begriffe der bauwirtschaft, des gesellschaftlichen wertewandels und des umgangssprachlichen gebrauchs rund um das thema 'bauen und wohnen' angeordnet waren. die erläuterungen in bild und text riefen oft ein augenzwinkern hervor.

FÜNF DEKADEN
das lebensgefühl jeder dekade wurde durch einen typischen blumenschmuck auf einem roten sockel (von nelke bis zur designerblume) inszeniert. die wände wiederholten in allen dekaden in gleicher anordnung die themen: gesellschaftliche stimmung/privates leben/unternehmenshistorische entwicklungen der wohnbau lörrach. in der mitte jeder abteilung waren politische wie private themen als 'kleine inszenierung' dargestellt. bauschutt der 50 jahre, teppichstangen und verordnungen der 60er und 70er, architekturmodelle und kleingartenromantik der 80er, sowie lindenstrassen-tv und sonnenkollektoren der jüngsten zeit.
 in einem 'white cube' konnte man den akustischen visionen  des kindes, aber auch denen des investors zum thema 'zuhause' lauschen.

INTERAKTIVER TEIL
den zweiten teil der ausstellung eröffnete eine grosse hängende skulptur aus haushaltsgegenständen der letzten 50 jahre.
hausmeister erzählten aus ihrem erfahrungsschatz.
in einer spendenstation für alleinerziehende frauen in namibia wurde erfolgreich geld für vier neue häuser einer siedlung gesammelt.
auf luftbildern und einem stadtmodell 1:1000 der stadt lörrach konnte man die baugeschichte der stadt in den letzten 50 jahren nachvollziehen.
in einem legoparadies konnte vor allem die jungen besucherInnen ihre visionen von wohnen und architektur gestalten.